Die Kirche St. Markus in Eislingen

Wer sich dem Stadtteil Eislingen Nord nähert, erkennt oft schon von weitem den spitzen Kirchturm der St.-Markus-Kirche. Er lädt ein zu ihrem Besuch.

Durch das Hauptportal an der Westseite des Turmes betritt der Besucher das Turmuntergeschoss. Dieses birgt wertvolle Wandmalereien, die etwa um 1385 entstanden sind. Es ist eine so genannte „Laienbibel“ und umfasst drei Bilderzyklen. Die oberste Reihe ist aus dem Alten Testament und zeigt die Erschaffung des Menschen, den Sündenfall und seine Folgen. Die mittlere Reihe stellt das Marienleben, die Geburt Jesu, die Anbetung der drei Weisen, u. a. dar. Von der untersten Reihe ist nur noch die Darstellung des Endgerichts erhalten. Diese Fresken besitzen einen hohen künstlerischen Rang.

Dieser Raum war für die frühere Kirche der Altarraum; deren Kirchenschiff befand sich auf der Westseite des Turmes. Dieses alte Gotteshaus war ursprünglich eine Marienkirche. Durch Schnörkel in alten Rechnungen, oder Schreibfehler hat sich, vermutlich nach 1700, aus „Maria“ nun „Marcus“ ergeben.

Die neue Kirche wurde in neugotischer Basilikaform an die Ostseite des Turmes angebaut und 1893 geweiht. Ein hoher, heller Raum öffnet sich dem Besucher. Er umfasst 670 Sitzplätze. 1954 wurden u.a.  anstelle der schweren, wuchtigen Pfeiler schmale, runde Natursteinsäulen eingebaut, um eine bessere Sicht auf den Altar zu ermöglichen. 1974 wurden die z.T. neu restaurierten Figuren wieder angebracht.  Sie stammen wohl aus dem 14. Jahrhundert (Maria und Johannes), sowie aus dem 16. Jahrhundert (Maria Königin, Geiselchristus, hl. Josef, hl. Antonius).

Der Altarraum ist umsäumt von 6 hohen Fenstern, die 1966 von Prof. Geyer, Ulm, eingebaut wurden. Sie zeigen die Gemeinde und das Volk Gottes in typischen Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament, erstere in den kleineren, die letzteren in den größeren Feldern.

In gotischem Stil sind die Motive in Gelb umrahmt.  Das Mittelfenster in der Zentralachse mit dem Altar lenkt den Blick auf das Lamm und die Vollendung des Glaubens. Das einzige Rot in den Fenstern – Blut des Lammes - korrespondiert mit dem Rot des ewigen Lichtes auf dem Tabernakel, unterhalb dieses Fensters.

Der Tabernakel, die vier Evangelisten (von rechts: Markus, Matthäus, Johannes, Lukas), das große Kreuz (mit den Evangelisten aus dem alten Hochaltar), der Altar,  der Ambo, der Taufstein,  machen deutlich: Gott ist unter uns im Sakrament, in seinem Wort. Die Dreifaltigkeit Gottes kommt in den drei massiven Steinkreuzen zum Ausdruck, auf denen der Altartisch ruht.

1968 bekam die Kirche durch die Fa. Reisser, Biberach, eine neue Orgel. Sie umfasst mit ihren drei Manualen 2682 Pfeifen für 36 klingende Register.

2004 wurde der gesamte Kirchenraum mit hellen, schönen Farben versehen. Auch wurden im Kirchenschiff neue Fenster eingesetzt.

Gebe Gott, dass es uns gelingt, das Erbe unserer Vorfahren, die Kirche aus Stein und das wertvolle Gut des Glaubens, an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Text: Siegfried Riedmüller

Einige weitere bildliche Eindrücke unserer Kirche.
Die Kirchentüren stehen immer für einen Besuch und das Gebet offen!