Abschied vom Kirchenchor St. Markus - Liebfrauen

Es hätte ein Festgottesdienst wie viele in der langen Geschichte des Kirchenchores St. Markus - Liebfrauen sein können: Ein festliche gesungene Messe und ein anrührendes "Laudate Dominum" von Mozart. Doch dieser Gottesdienst war ein ganz besonderer.
Nicht viele Kirchenchöre können auf so eine lange Geschichte, wie unser Kirchenchor zurückblicken: 195 Jahre nachgewiesenermaßen kontinuierlich Chorgesang in St. Markus. Damit besteht der Kirchenchor länger als der heutige Kirchenbau. Zu seiner Geschichte zählen unzählige Mitgestaltungen von Gottesdiensten: zu früheren Zeiten jeden Sonntag eine gesungene Messe, viele Aufführungen von großen Orchestermessen. Bis zuletzt hat der Chor vielen Gottesdiensten eine ganz besondere musikalische Prägung gegeben.
Nun hat der Chor seinen letzten Gottesdienst gestaltet. Bereits Anfang des Jahres wurde von einer großen Mehrheit im Chor der Entschluss gefasst, zur diesjährigen Cäcilienfeier die aktive Chorarbeit zu beenden. Dieser Entschluss ist gewiss nicht leicht gefallen. Manche Mitglieder sind schon seit über 60 Jahren dabei. Der steigende Altersdurchschnitt verbunden mit manchen Einschränkungen und Verlusten hat nun diesen Schritt notwendig gemacht.

Doch bei aller Traurigkeit, die bei Chor und Gemeinde zu spüren war, hat nicht Resignation die Stimmung geprägt, sondern vor allem Dankbarkeit. Dankbarkeit für einen jahrzehntelangen Dienst an der klassischen Kirchenmusik und Dankbarkeit für eine starke Gemeinschaft, die den Chor immer ausgezeichnet hat. Der Kirchenchor hatte auch eine Vorreiterrolle im Blick auf die Vereinigung der Gemeinden St. Markus und Liebfrauen: Bereits vor der Vereinigung zu einer Kirchengemeinde hatten sich die vorher getrennten Chöre zusammengeschlossen und so der ganzen Gemeinde an einem Beispiel gezeigt, dass von einer Zusammenarbeit alle profitieren können. Auch die bewusste Entscheidung, den Abschluss des Chores bewusst zu gestalten und es nicht einfach irgendwie auslaufen zu lassen, war hilfreich und gut.

Am Ende des Gottesdienstes lud Pfarrer Schmid alle Chormitglieder ein, nach vorne zu kommen. Der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Helmut Riesz, ließ wichtige Aspekte der Chorarbeit noch einmal aufleuchten. Karin Schuster schilderte als Vorstand den Weg und die Gründe, die zur Entscheidung geführt hatten, den Chor aufzulösen. Zugleich blickte sie aber auch nach vorne: Mit der Zuversicht, dass die Kirchenmusik in St. Markus und Liebfrauen auch in Zukunft weitergehen wird.
Der (vom Kirchenchor mit initiierte) Gospelchor "Celebration" und die Schola, die sich immer mehr zum Projektchor entwickelt, sind hoffnungsvolle Aufbrüche.

Als Dank für das langjährige Engagement für die Kirchenmusik überreichten Helmut Riesz und Pfarrer Schmid den Mitgliedern eigens angefertigte Schirme mit dem Logo der Kirchengemeinde. Sie sind ein Zeichen, dass alle künftigen Wege unter dem Schutz Gottes stehen. Danke, liebe Sängerinnen und Sänger!