Was ist eigentlich Firmung?

... in der wörtlichen Bedeutung wird das Wort "Firmung" abgeleitet vom Lateinischen: „firmare“ d.h. "fest machen" - den eigenen Glauben bestätigen - Gottes Geist in meinem Leben Raum geben. Ohne Gottes Heiligen Geist „läuft nichts“ in der Kirche. Er schenkt erst Lebendigkeit.

Unseres ehemaliger Bischof, Kardinal Walter Kasper, schreibt dazu: „Eine erste Spur des lebendigen Geistes in der Kirche von heute besteht darin, dass die Zugehörigkeit zur Kirche schon heute und noch mehr in Zukunft vom Geist der Freiwilligkeit getragen ist. Früher galt oft, dass „man“ in die Kirche geht. Einfach, weil alle gehen und weil nicht zu gehen bedeutet hätte, sich auszuschließen und ausgeschlossen zu werden. Heute und noch mehr morgen gehe „ich“ zur Kirche, weil ich im Glauben davon überzeugt bin, dass dies wichtig, ja heilsbedeutsam ist für mein Leben. Die Kirche von morgen wird mehr als bisher eine Kirche der verantwortlichen Gewissensentscheidung des Einzelnen sein. Zahlenmäßig mögen es dann weniger sein als früher. Nirgends im Evangelium steht geschrieben, dass einmal alle Christ sein werden. Wenn aber die, die es sind, dies aus innerer Überzeugung sind, dann ist dies vom Wesentlichen her betrachtet ein Fortschritt.“ (aus: Löscht den Geist nicht aus, 9.5.1991, Walter Kasper)

Zur Firmung kann man also nur freiwillig kommen. Christlicher Glaube, damit er Bestand hat vor Klassenkameraden und Freunden, die vielleicht anders denken, sollte in der eigenen Überzeugung und im eigenen Herzen begründet sein. Auf dem Firmweg soll es darum gehen, den eigenen Glauben besser verstehen zu lernen, mehr als bisher eine eigene Überzeugung zu gewinnen und Gottes Geist in uns Raum zu geben bei gemeinsamen Gottesdiensten, Taizè-Gebeten, einer liturgischen Nacht, bei gemeinsamen Wochenenden und in den Gruppenstunden.

Bei aller Verbindlichkeit, die wir auf diesem Weg erwarten, ist das Betreten dieses Weges freiwillig: Diese Freiwilligkeit ist wichtig: selber bereit zu sein sich mit anderen auf den Weg zu machen für ein gutes halbes Jahr, und vor der Firmung sich ganz persönlich zu entscheiden: „Ja, ich will bei meiner Firmung dieses Zeichen setzen und meinen Glauben damit bestätigen und mich darin von Gott bestärken lassen durch seinen Heiligen Geist; und ich möchte ihm die Chance geben in mir zu wirken.“ Die Offenheit soll da sein - auch im Verlauf des Weges - sich genauso bewusst dagegen entscheiden zu können. Es geht uns um die eigene Mündigkeit im Glauben.

Hariolf Hummel