"Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!"

Pilgerreise ins Heilige Land - 25.03.-04.04.2019 - ein Reisebericht: Mit 25 Pilgern machte sich Pfarrer Schmid und Gemeindereferentin Katharina Pilz auf den Weg nach Israel.

Für die ersten 5 Nächte waren wir in Jerusalem im Paulus-Haus, eine direkt am Damaskus-Tor gelegene Pilgerstätte vom Deutschen Verein vom Heiligen Land, untergebracht. Als Suchende, Fragende, Zweifelnde und Trauernde folgten wir den Spuren Jesu, suchten die Orte auf, an denen er war. Bekamen dort durch unseren Reiseführer Salah Adameh die geschichtliche Bedeutung von früher und heute gezeigt und erklärt. Pfarrer Schmid und Katharina Pilz füllten diese Orte mit den Texten aus der Bibel, mit Gottesdiensten, Andachten und Liedern mit Leben.

Und so wurden wir Zeugen der Geschichte: Wanderten mit Jesus und mit dem Volk Israel durch die Wüste, erlebten in Jerusalem die dichtgedrängt wohnende Bevölkerung und der unterschiedlichen Religionen. Wir stiegen vom Ölberg hinab, durch das Kidrontal durch, um nach Jerusalem wieder hinaufzugehen. Wir feierten seinen Tod in einer Messe auf Golgatha und standen vor dem leeren Grab. Wir feierten Weihnachten (Bethlehem) und Ostern (Emmaus) an einem Tag und lernten Sr. Hildegard kennen. Was es heißt in der nördlichen Westbank zu leben, als christliche Ordensgemeinschaft in muslimischem Gebiet, dort ein Pflegeheim für palästinensische Frauen christlichen und muslimischen Glaubens zu betreuen, eine Krankenpflegeschule als Abteilung der Bethlehem Universität aufzubauen und wie der Alltag hinter der Mauer aussieht, davon hat sie uns sehr lebhaft und beeindruckend berichtet.

Mit den Worten „Er ist nicht hier, er geht euch voraus nach Galiläa!“ hieß es Abschied zu nehmen, um nach Tabgha aufzubrechen. Mit dem Ortswechsel wechselte auch die Landschaft: Von Wüste, Stein, Fels und leichtem Grün in vielseitig fruchtbaren Ebenen, blühenden Landschaften und grünen Hügeln.

Hier hörten wir von Heilungsgeschichten und Wundern, die rund um den See geschahen, fuhren über den See Genezareth und genossen die Ruhe und Landschaft in unserem Pilgerhaus Tabgha direkt am See.

Doch leider war nach 4 Übernachtungen auch hier die Zeit des Abschieds gekommen. Auf dem Weg nach Tel Aviv zum Flughafen, machten wir noch einmal Halt. Die Ausgrabungs-stätte Caesarea Maritima, eine Hafenstadt am Mittelmeer, war das Ziel und stand für uns als Sinnbild für den Aufbruch des Apostel Paulus in alle Welt, um dieser die Botschaft Jesu zu verkünden.

So schickte uns Pfarrer Schmid sinnbildlich gesprochen in unser eigenes „Galiläa“ des Alltags – in unser Zuhause – zurück, denn er (Jesus) geht uns voraus, damit wir ihn in unserm Alltag suchen und finden – verbunden mit der Zusage: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,19-20)

 

Mit den Augen sahen wir, mit den Ohren hörten wir, mit der Zunge schmeckten wir, mit den Händen erfassten wir und unser Herz versuchte, die Erlebnisse und Erzählungen zu erspüren und zu bewahren. Als ständiger Wegbegleiter und damit die Fülle der Erlebnisse nicht verloren gehen, bekam jeder zu Beginn der Reise eine eigene Schriftrolle ausgehändigt. Wie Maria, die „alles, was geschehen war in ihrem Herzen bewegte und darüber nachdachte“ (Lk 2,19) notierten auch wir jeden Abend und versuchten in Wort und Bild festzuhalten, was uns an diesem Tag bewegt hatte: die Gefühle, Gedanken und Erfahrungen, die durch die besonderen Orten, Impulse und Eindrücke gesprochen hatten.

Schließen möchte ich meinen Bericht in Anlehnung an den Schluss des Johannesevangeliums (Joh 21, 24-25): „Es gibt aber noch vieles andere, was wir erlebt haben. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich finde, ein ganzes Buch nicht reichen, das man schreiben müsste.“ Und so freuen wir Pilger uns auf einen regen Austausch mit allen und sehen auf eine eigene ganz besondere Weise Ostern entgegen.“

Im Namen der gesamten Gruppe: Claudia Eisele

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