Eindrücke einer Wallfahrt nach Schönstatt

"Schönstatt, eine Kraftquelle im Alltag - Auf den Spuren von Pater Kentenich“ so überschreibt Margaritha Ullmann-Kammler ihre Erfahrungen ihrer Pilgerfahrt nach Schönstatt. Im folgenden gibt sie ihre Eindrücke und Informationen zum Ort und der Spiritualität Schönstatts wieder.

Schönstatt, Urheiligtum

Am 15.bis 16. Juli machten wir uns auf nach Schönstatt, eine Gruppe von ca. 50 Personen fuhren mit dem gut ausgestatteten Reisebus früh morgens los. Mit Singen und Gebeten verging die Zeit wie im Flug. Pastoral begleitet wurden wir von Pfarrer Klaus Rennemann und Schwester Annjetta von der Liebfrauenhöhe.

Schönstatt liegt in einem idyllisch bewaldeten Tal nahe der Stadt Vallendar, das sieben Kilometer rheinabwärts auf der rechten Seite liegt. Es beherbergt einen besonderen Gnadenort - das Urheiligtum - eine kleine Kapelle aus dem 14 Jahrhundert. Sie gehörte zum Kloster, das sich dort befand und diente früher als Friedhofskapelle. Nur noch ein Turm zeugt von der Basilika, geweiht der „Lieben Frau“ und das kleine „Kapellchen“, wie es liebevoll genannt wird. 1912 gab es auf dem Areal ein Studentenheim, dass von den Pallottiner-Orden geleitet wurde. Heute ist es eine Theologische Hochschule.

Es waren schwere Zeiten am Vorabend des 1. Weltkrieges und im Heim herrschten strenge Zucht und Drill. Das Leben dort war für die Studenten unerträglich geworden und sie verweigerten sich. Ein junger Pater wurde als Lehrer hierher versetzt. Es missfiel ihm, wie die jungen Studenten behandelt wurden. Prügel und Strafe waren allgegenwärtig und gehörten zum Alltag. Es waren die damaligen Erziehungsmethoden. Er wollte es besser machen und was die harten Strafen nicht erreichten, erreichte er durch Verständnis und Güte. Er hatte verstanden was sie wirklich brauchten: Liebe und Anteilnahme. Die Jungs fühlten sich verstanden und folgten ihm. Bald wurde er zum Spiritual (geistlicher Erzieher) ernannt. Sein Name war Pater Josef Kentenich.

Sein Leben hat er der Gottesmutter Maria geweiht und mit ihr ein Liebesbündnis geschlossen. Er selbst wuchs, da sich seine Mutter in schwierigen Umständen befand, in einem Waisenhaus auf, von da an wurde die Mutter Jesu seine Patronin. Das Ziel, dass er verfolgte, war die Studenten an der Hand Mariens zu freien, starken Persönlichkeiten werden zu lassen. Sie sollte sie führen, leiten und erziehen. Am 18. Oktober 1914 schlossen Pater Kentenich und seine Jungs das Liebesbündnis mit Maria in dieser kleinen Kapelle. „Nichts ohne dich – nichts ohne uns“ war ihr Wahlspruch. Im Gebet und im Bemühen ein gottesfürchtiges Leben zu führen schenkten sie der Gottesmutter Anteil an ihrem Leben. Im Gegenzug erfuhren sie die Gnade der Stärke und Segen, der dreifach wunderbaren Mutter und Königin von Schönstatt.

Bis zum heutigen Tage hat der Gnadenort nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Der Geist Pater Kentenichs ist überall im weitläufigen Areal Schönstatts zu spüren. Sein Leben steht stellvertretend für den unerschütterlichen Glauben an seine Patronin Maria. Selbst jahrelange Haft in Konzentrationslagern und eine langjährige Abwesenheit von Schönstatt in Amerika, die 14 Jahre dauern sollte, konnten ihn nicht brechen. Wer seine Gebete und Schriften liest, erkennt die tiefe Verbundenheit dieses Mannes im Glauben und sein Vertrauen auf die Gottes Mutter Maria. Wer möchte, kann im Urheiligtum ein Liebesbündnis mit Maria schließen und sich im Buch eintragen lassen.

Menschen aus aller Welt pilgern nach Schönstatt, um ihren Glauben zu erneuern und zu vertiefen. Reich beschenkt an Eindrücken und Begegnungen kehrten wir nach Hause und tragen in unseren Herzen die Botschaft von Schönstatt. Vom 17.-19.10.2017 findet wieder eine Pilgerfahrt statt und lädt ein seinen Glauben zu vertiefen und ein Liebesbündnis mit der Gottesmutter Maria zu schießen. Die Flyer zur Anmeldung liegen in den Kirchen aus.

Margaritha Ullmann-Kammler