Impulse und Lieder

neue Lieder

In den letzten Jahren habe ich zu verschiedenen Anlässen Lieder geschrieben. Zum Taize-Gebet, Jahresthema, Sternsingern oder Krippenspiel.
Ermutigt durch meine Kollegen werden hier ein paar veröffentlicht. Die Aufnahmen sind nicht perfekt, sie sollen aber vor allem anregen selbst zu singen.

Viel Freude damit.

Hariolf Hummel

 

Christus in dir - ein Kanon für Johannes Oelighoff und alle anderen

An einschneidenden Lebensereignissen wählen sich Menschen einen begleitenden Vers aus der Heiligen Schrift. Das hat in der evangelischen Kirche schon länger Tradition, und findet auch in der katholischen Kirche immer mehr statt, zu Taufen, Firmungen und Trauungen.

Für die Priesterweihe ist es nicht neu: Vor dem Empfang des Sakramentes befasst man sich mit einem Vers, der als Programm oder Zuspruch diesen neuen Wegabschnitt besonders begleiten soll.

Für Johannes Oelighof steht sein Vers in einem Abschnitt aus dem Epheser-Brief (Eph 3, 14-21)

"Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet." (Eph 3,17)

Der Text dieses Kanons greift den Vers und seinen Kontext auf und formuliert ihn zur Lebensaufgabe: "Erkenne immer mehr wie Christus in dir wohnt!"

Damit verbunden gute Wünsche für Johannes Oelighoff, sein Wirken als geweihter Prieser in unserer Kirche - und damit verbunden der Wunsch an alle getauften, an alle die im gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen stehen - "Erkenne immer mehr wie Christus in dir wohnt!"   

Viel Freude und gute Gedanken beim Hören und Singen.     (Mai 2021 Hariolf Hummel)

Hier gibt es wieder das Liedblatt.

Halleluja - Jesus lebt - er geht euch voran nach Galiläa

Als die Frauen am Ostermorgen zum Grab kommen finden sie alles anders als erwartet: Der Stein ist weg, das Grab ist leer, statt des Leichnams Jesu ist da eine weiße Gestalt die sie anspricht: "Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen" (Mk 16,7)

Zurück auf los, an den Anfang. Zurück in mein Galiläa. Aber nicht als ob nichts geschehen wäre. Alles steht jetzt unter dem Eindruck der Begegnungen mit Jesus. 

Wir gehen auf den Grund unseres Alltags und entdecken in Begegnungen, in kleinen Wundern, in dem was wir täglich tun Lebensspuren und Auferstehung.

Singen wir also vom Leben! (Liedblatt und Klaviernoten)

Wir bringen Brot und Wein - unser Leben

Ob der Altar in unserer Liebfrauen-Kirche zu groß ist? Mag sein - mit dem Gedanken aber, dass wir mit Brot und Wein unser Leben, den Alltag, Sorgen und Dank, Beziehungen, Freude und Not... drauf legen, sollte er eine gewisse Größe haben.

Zentraler Gottesdienst dafür ist der Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag. Es geschieht Wandlung, und Christus gibt sich uns ganz in diesem Mahl. 

Dass da noch mehr Wandlung erfährt als Brot und Wein lädt mich auch ein aus der Feier heraus wach in meinem Alltag Christus zu entdecken...

Mein Leben wirkt in diese Feier hineien, und diese Feier wirkt in mein Leben.

(Liedblatt)

verhüllt - offengelegt

überall treffen wir das Kreuz: An Weggabelungen, auf unseren Fluren, es hängt in unseren Wohnungen und ist zum Halsschmuck  oder gar zum Talisman geworden. Die Welt wird trotzdem nicht christlicher.

Unsere Augen und unsere Sinne gewöhnen sich an das, was immer da ist, und wir sehen nicht mehr, was wir immer sehen. Weil unsere Sinne das als "normal" verbuchen.

Das pasiert uns genauso mit dem Bettler an der Straße, mit den Obdachlosen, den Menschen in Lagern, in Kriegsgebieten, in Elendsverhältnissen... und mit dem alltäglichen Leid direkt neben uns. 

Ganz bewusst verhüllen wir in der Passionszeit die Kreuze in unseren Kirchen. Wir decken sie ab um sie wieder zu entdecken. Damit wir diese drohende Gewohnheit durchbrechen, damit das Kreuz nicht gewöhnlich wird. 

1. Es steht ein Kreuz auf Golgota
und stummes Rufen geht zu dir
bist du auch hier
dem Menschen da
noch nah?

Der Mob ist weg, und keiner lacht.
Der nimmt auf sich all unsre Not
bis in den Tod.
Wer bricht mit Macht
diese Nacht?

2. Dort an der Ecke steht ein Mann
vorbei schaut längst schon mein Gesicht
ich kenn ihn nicht
da kräht ein Hahn,
schreit mich an.

So viele Ecken in der Welt.
Ich möcht mich dreh’n, mach einen Schritt,
dass nicht mein Blick
auf einen fällt,
der ihn hält.

3. Es steht ein Kreuz in jeder Zeit
Die Schreie werden mehr und mehr:
wo ist denn der,
der uns befreit
aus dem Leid?

Hilf doch, dass wir nicht achtlos geh’n.
Mit allen Herzen mach auch mein‘s
so weit wie dein‘s
dass wir uns dreh‘n
und dich seh‘n.
(Hariolf Hummel 2021)

(Liedblatt)

trotzdem vertrauen

In diesem Jahr verstehe ich mehr, wie es den Jüngern im Boot ging: Um sie herum tobt der Sturm droht alles in die Tiefe zu reißen, und Jesus liegt da und schläft, als ob ihn das nichts anginge. Der Gipfel ist danach seine Frage: Habt ihr noch keinen Glauben? (Mk 4,35 ff)

Es ist gut sich in ungewissen Zeiten Mut zu machen. Trotzdem stehe ich da mit meinem Unvermögen, meinen Fragen und Sorgen, mit all dem was ich nicht verstehe und was mir Angst macht. In allem Vertrauen, dass sich Gott um uns sorgt, dass er da ist, bleiben diese Gefühle und diese Ungewissheit. Im Psalm 22 spricht einer diesen Gott an, wagt den Spagat: "Gott, warum bist du weg?" und vertraut doch genau jetzt, dass er aufmerksam ist und das Gebet hört. Es ist keine Glaubensschwäche, wenn wir alles Unverständnis und alle Sorgen zum Himmel schreien und gleichzeitig gewiss bleiben, dass Gott gerade jetzt zu uns und mit uns unterwegs ist.

Vielleicht spricht den einen oder anderen dieses Lied dazu an.      (Liedblatt, Klaviernoten)